14. August 2026
Stack-Base: Ein eigenes App-Portal, weil Notion-Tabellen irgendwann nicht mehr reichen
Ich betreibe eine Handvoll eigener Webapplikationen. Irgendwann verliert man den Überblick — welche App läuft wo, wann war das letzte Release, ist das TLS-Zertifikat noch gültig? Die Antwort war Stack-Base: mein eigenes Management-Portal für alle selbst gebauten Apps.

Das Problem mit Notion-Tabellen
Ich hab eine Zeit lang alle meine laufenden Projekte in einer Notion-Datenbank gepflegt. App-Name, Server-IP, Tech-Stack, Status — klassische Tabelle. Das funktioniert, bis es nicht mehr funktioniert. Irgendwann wird die Tabelle selbst zur Arbeit: Einträge veralten, Links brechen, man trägt Status manuell ein und vergisst es beim nächsten Deployment.
Was ich wirklich wollte, war etwas das automatisch weiß, ob eine App läuft — und das mir trotzdem alle anderen Infos zentral anzeigt: Releases, Dokumentation, Kosten, Abhängigkeiten zwischen Apps.
Ich kenne keinen, der das Azure Portal schön findet. Aber die Idee dahinter — eine zentrale Oberfläche für alles was läuft — die macht Sinn.
Was Stack-Base ist
Stack-Base ist ein persönliches App-Management-Portal. Jede selbst gebaute Webapplikation bekommt einen Eintrag mit allem was dazugehört: Status, URLs, Umgebungen, Releases, Incidents, Kosten, Dokumentation und Screenshots.
Das Herzstück ist ein Worker, der im Hintergrund alle paar Minuten alle Apps anpingt und den Healthcheck-Status aktualisiert. Dazu kommen tägliche TLS-Zertifikat-Checks, ein optionaler Go-Agent der CPU- und RAM-Daten vom Server liefert, und ein Abhängigkeitsgraph der zeigt welche App von welcher anderen abhängt.
Features im Überblick
- Automatische Healthchecks — Alle 5 Minuten per Worker, HTTP-Statusprüfung jeder App, Statushistorie
- Zertifikat-Monitor — TLS-Ablaufdaten täglich geprüft, Status VALID / EXPIRING_SOON / EXPIRED
- Resource Monitor — CPU, RAM und Netzwerk per Go-Agent, 24h-Sparklines pro Metrik
- Release-Tracking — Versionshistorie mit Changelog-Markdown, direkt pro App
- Kosten-Tracking — Hosting-Kosten pro App und Monat, kategorisiert mit Trendanzeige
- RBAC-Berechtigungen — Feingranulare Rollen — pro App, pro Tab, pro Aktion
Der Tech-Stack
Ich hab den Stack bewusst modern aber pragmatisch gehalten — alles was ich eh schon kenne, ohne Experimente aus Prinzip.
Next.js 16 · TypeScript · Prisma + PostgreSQL · Redis · MinIO · Docker Compose · Traefik · Go (Agent) · Authentik OIDC
Das Backend läuft komplett über Next.js API Routes — kein separater Server. Ein eigener Worker-Container fährt die Cron-Jobs (Healthchecks, Zertifikat-Prüfung, Agent-Abfrage). Für den Resource Monitor hab ich einen kleinen Go-Agenten geschrieben: ein statisches Binary ohne Dependencies, das man einfach auf jeden Server legt und das CPU, RAM und Netzwerk per HTTP ausliefert.
Die Authentifizierung läuft zweispurig: lokale Accounts über bcrypt für einfache Setups, und Authentik als OIDC-Provider für SSO. Das war überraschend unkompliziert — next-auth v5 mit einem eigenen Provider, ein paar Zeilen Konfiguration.
Was ich dabei gelernt habe
Drei Dinge die mich länger beschäftigt haben als erwartet:
Berechtigungssysteme skalieren schnell in Komplexität. Ich wollte ursprünglich einfach Admin vs. Nicht-Admin. Dann kam der Wunsch, bestimmten Nutzern nur Lesezugriff auf einzelne Tabs zu geben. Dann kamen Gastzugänge. Am Ende hat Stack-Base ein vollständiges RBAC-System mit über 80 Berechtigungen, eigenen Rollen und einer Permission-Matrix im Admin-Bereich. Das war die richtige Entscheidung — aber sie kommt nicht umsonst.
Netzwerkkonfiguration in Docker ist tückisch. MinIO lief im falschen internen Netz und war deshalb über die öffentliche Domain nicht erreichbar. Alle Datei-URLs wurden korrekt gespeichert — die Bilder erschienen trotzdem nicht. Zwei Stunden Debugging für eine Zeile in der docker-compose.yml:
networks:
- internal
- traefik-public # das fehlende Wort
Eigene Tools bauen macht mehr Spaß als gekaufte nutzen — aber man übernimmt eben auch den Support. Jede Entscheidung die ich in Stack-Base treffe, betrifft meine anderen Projekte direkt. Das zwingt zu mehr Sorgfalt.
Aktueller Stand
Stack-Base ist seit ein paar Wochen produktiv. Ich nutze es täglich für mein Homelab. Was noch fehlt: ein öffentlich zugänglicher Demo-Modus, bessere Mobile-Ansicht, und irgendwann vielleicht Multi-Tenant-Support falls andere das auch nutzen wollen.
Der Code ist aktuell privat, aber ich überlege Open Source — falls es dazu kommt, schreib ich hier darüber.